
Das Glaukom zählt zu den heimtückischsten Augenerkrankungen: Es schädigt den Sehnerv chronisch und die Folgen sind irreversibel. In Österreich ist es eine der häufigsten Ursachen für dauerhafte Erblindung. Betroffen sind Schätzungen zufolge 80.000 bis 100.000 Menschen, und rund die Hälfte weiß nichts von der Erkrankung. Das macht das Thema auch rund um die Weltglaukom-Woche so brisant: Wer zu spät dran ist, kann verlorenes Sehvermögen nicht zurückholen. Entscheidend ist, dass die Erkrankung rechtzeitig entdeckt wird. Dr. Anton Hommer, langjähriges Vorstandsmitglied der Europäischen Glaukomgesellschaft und Vorsitzender der Glaukom-Kommission der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft:
“Also bei der Erkrankung des Glaukoms ist es so, dass das Gesichtsfeld auch Defekte bekommt und Ausfälle bekommt. Das Gesichtsfeld der beiden Augen, die überlappen sich aber und wenn an einem Auge ein Gesichtsfelddefekt besteht, dann kann das andere Auge das recht lange ausgleichen und die Patienten oder Patientinnen haben keine Beschwerden, die haben auch keine Schmerzen und die merken das lange Zeit nicht. Und deswegen ist es eigentlich fast immer eine Zufallsdiagnose, weil wenn die Patienten einen Gesichtsfelddefekt bemerken, dann ist das schon so weit fortgeschritten, dass mehr als 50 Prozent defekt sein müssen vom Gesichtsfeld beziehungsweise von den Nervenfasern.“
Glaukom – auch oft „Grüner Star“ genannt – betrifft vor allem das Risiko im höheren Alter: Ab 40 steigt die Wahrscheinlichkeit, ab 50 nimmt sie deutlich zu. Dazu kommen Faktoren wie familiäre Vorbelastung, hohe Kurzsichtigkeit oder auch Durchblutungsprobleme. Entscheidend ist außerdem: Nicht jeder gefährliche Verlauf beginnt mit „klassisch“ hohem Augeninnendruck und einzelne Messwerte können durch natürliche Schwankungen täuschen...