
Diabetes bleibt in Österreich häufig lange unentdeckt, mit teilweise schwerwiegenden Folgen. Jährlich erblinden nach Angaben der Österreichischen Diabetes Gesellschaft rund 200 Menschen infolge der Erkrankung. Anlässlich des Weltdiabetestages am 14. November präsentiert die Fachgesellschaft neue Daten zur Früherkennung. Dafür wurden mehr als 6,4 Millionen Nüchternblutzuckermesswerte aus österreichischen Vorsorgeuntersuchungen ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Menschen erhöhte Blutzuckerwerte haben, ohne davon zu wissen. Univ.-Prof. PD Dr. Harald Sourij, MBA, Präsident der ÖDG:
„Sechs Prozent der Personen, die Erwachsenen, die dort hinkommen, haben einen Diabetes, ganz egal welcher Typ. Knapp drei Prozent haben auch einen Diabetes, wissen aber nicht davon. Die sechs Prozent wissen davon, drei Prozent wissen nicht davon und knapp 20 Prozent haben einen Prä-Diabetes. Wenn sie zur Vorsorgeuntersuchung kommen, auch die wissen nichts davon.“
Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen. Die Zahl der Neuerkrankungen an Typ-1-Diabetes nimmt seit Jahrzehnten zu. Anders als bei Typ-2-Diabetes handelt es sich dabei um eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen zerstört. Häufig wird die Krankheit erst erkannt, wenn bereits ein medizinischer Notfall vorliegt. Priv.-Doz. Dr. Maria Fritsch, Medizinische Universität Graz und Vorsitzende des ÖDG-Ausschusses Pädiatrie:
„Die schlechte Nachricht ist, dass wir eine sehr hohe Inzidenz haben, die ansteigt über die letzten Jahrzehnte. Also mit 30 pro 100 1009 Erkrankungen steigt die Anzahl der Kinder und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes in allen Altersklassen über die letzten Jahrzehnte stetig an...