
Neue Vorwürfe um den Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (FPÖ), der mit seiner Tätigkeit als Stiftungsvorstand die heute 90 jährige Gertrude Meschar finanziell geschädigt hat, tun sich auf. Die Frau ließ 2006 auf Anraten Graf`s eine Stiftung errichten, dessen Zweck die eigene Unterstützung bis zum Ableben war. Erst Jahre später erfuhr sie, dass sie keinerlei Bestimmungsrecht über ihr Vermögen habe. So wurde etwa - ohne ihr Wissen - eine Immobilie im 19. Wiener Gemeindebezirk erworben, in dem Graf`s Bruder ein Restaurant betreibt. Für den Kauf war ein Kredit nötig, welcher die Stiftung zusätzlich belastete. Die Geschädigte probiert nun, Graf per Gericht vom Vorstand der Stiftung abzuberufen. Karl Öllinger, Abgeordneter der Grünen dazu:
"Es ist abenteuerlich, grenzwertig und jenseits von Gut und Böse, was sich rund um die Stiftung Meschar da abgespielt hat. Die Errichtung der Stiftung, die Geschäfte der Stiftung stehen mit dem Stiftungszweck nicht in Übereinstimmung. Ob sie kriminell sind, sollen die Gerichte beurteilen, aber von einem moralisch politischen Standpunkt oder einer Latte, die man einem Politiker und auch einem Nationalratspräsidenten wohl richten darf, muss ich sagen: das hätte so nicht stattfinden dürfen."
Wie Öllinger nun bekannt gab, beteiligte sich die Stiftung 2007, aus dem Erlös vom Verkauf von Wertpapieren, mit 50.000 Euro an Bananen-Kühlschiffen. Die Beteiligung daran ist laut Öllinger aus mehreren Gründen hochriskant. Zum einen, da sie in Dollar und Yen valorisiert wurde, aus dem sich ein großes Währungsrisiko ergibt...