Österreich braucht eine zeitgemäße Bildungsreform, die über parteiliche Interessen hinweg umgesetzt werden muss – das fordert die Initiative ‚Neustart Schule“ heute, Mittwoch, und adressiert damit ausdrücklich die zukünftige Bundesregierung. Die Initiative setzt sich etwa für eine qualitative Bildung vom Kindergartenalter weg ein, den Abbau von Chancenungleichheiten im Bildungssystem sowie für einen parteien- und institutionenübergreifenden Dialog zur Definition von guter Bildungspolitik. Zur Umsetzung dieser Ziele konkret gefordert wird unter anderem die Umsetzung des verpflichtenden zweiten Kindergartenjahres und ganztätige Betreuungsmöglichkeiten. Hannes Androsch, Gründer der Initiative, weist auf den Aufholbedarf Österreichs in diesem Feld hin:
„Auf der ganzen Welt gibt es Ganztagsschulen und ganztätige vorschulische Betreuung. In Deutschland sind es immerhin vierzig Prozent der SchülerInnen, die diese Möglichkeit haben, während es bei uns deutlich unter zehn Prozent sind. Damit kann man keine Chancengleichheit für bildungsferne Schichten erreichen, damit ist keine Integration zu erzielen, damit ist Integration nicht zu bewerkstelligen und damit trägt man nicht der Tatsache Rechnung, dass siebzig Prozent der Mütter berufstätig sind.“
Ebenfalls von der Initiative betont wird die Notwendigkeit zur Hebung der Ausbildungsqualität von ElemtarpädagogInnen und einer besseren Sozialpädagogik. Schulen sollen ein offeneres Konzept erhalten und als lernende Organisation etwa mit Freizeitangeboten verstanden werden. Letzteres ist laut ‚Neustart Schule‘ besonders wichtig, um Ansprüchen von Inklusion und Integration besser gerecht zu werden...