
Fünf Jahre nach dem Amtsantritt des aktuellen E-Control-Vorstands zieht die Regulierungsbehörde Bilanz über eine Phase permanenter Ausnahmelagen: auf Pandemie und Energiekrise folgten der Umbau der europäischen Gasversorgung und jetzt der Krieg Israels gegen den Iran, an dem auch die USA militärisch beteiligt sind. Genau dieser aktuelle Blick nach vorne macht den Rückblick der Regulierungsbehörde besonders relevant. Denn die Pressekonferenz zeigte: Österreichs Energiesystem ist heute anders aufgestellt als zu Beginn der Vorstandsperiode. Die Behörde verweist auf neu organisierte Gasflüsse, auf eine strategische Gasreserve von 20 Terawattstunden, auf zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen sowie auf ein laufendes Monitoring der Versorgungssicherheit. Die vergangenen Krisen haben den Markt bereits verändert, nun wird sichtbar, wie belastbar dieses System unter neuem geopolitischem Druck tatsächlich ist. Univ. Prof. Dr. Wolfgang Urbantschitsch, LL.M., Vorstand E-Control zu den aktuell steigenden Preisen auf Grund der Irankrise:
„Ich sehe jetzt einmal noch keine Krise. Was wir jetzt einmal sehen, ist rein bei den preislichen Auswirkungen, und zwar was die Gaspreise betrifft, natürlich erhöhte Preise, und zwar massiv erhöhte Preise, aber wir sind weit von diesen Preisspitzen entfernt, die wir im Jahr 2022 gesehen haben. Jetzt hängt es natürlich von der weiteren Entwicklung bei diesem Krieg und auch in der Region ab, ob diese hohen Preise andauern werden oder nicht. Wenn diese hohen Preise ihr Ende finden, weil Frieden einkehrt, weil die Straße von Hormus offen ist und das Ganze nur wenige Wochen gedauert hat, dann wird sich diese Preissteigerung bei den Bestandskundenverträgen, die wir jetzt haben, kaum bemerkbar machen...